Der Hype um die Vero App

Der Hype um die Vero App

Was ist die Vero App?

Eigentlich schon seit Dezember auf dem Markt, ist die Vero App seit einigen Tagen plötzlich in aller Munde und scheint wie eine Lawine über die Social Media Welt weg zu rollen. Doch was verbirgt sich hinter dem neuen Hype?

Vero soll das „echte social“ wieder zurück ins Social Media bringen. Die Entwickler der App veröffentlichen direkt ein ganzes Manifest, in dem sie erklären, dass das Grundbedürfnis nach Vernetzung neu gedacht werden muss.

Seit Facebook (und somit auch Instagram) zunehmend kommerzialisiert wird, gibt es viele Updates im Algorithmus, die für Ärger sorgen. Man sieht Beiträge nicht mehr in chronologischer Reihenfolge; einige Freunde verschwinden so im virtuellen Nirvana. Auch die vielen vorgeschlagenen Postings und Werbeeinblendungen werden von manchen Usern als störend empfunden. Vor Kurzem erst hat auch Instagram nachgezogen und eingeführt, dass User in ihrem privaten Feed vorgeschlagene Beiträge von fremden Leuten sehen. Eine Veränderung, die an vielen Ecken für Unmut sorgt. Manche Blogger beschweren sich gar öffentlich, dass ihr Feed von dem Empfehlungen „zugemüllt“ wird.

Die Vero App möchte an diesem Punkt ansetzen und verspricht: Bei uns gibt es keinen Algorithmus. Die Macht darüber, was man zu sehen bekommt, liegt bei einem selber. Man kann Menschen folgen, sie als Freunde, enge Freunde oder nur vage Bekannte einordnen und dementsprechend auch nur passende Inhalte teilen. Alles bleibt chronologisch. Keine Werbung.

Woher kommt der Hype um die Vero App?

Versprechen, die auf den ersten Blick sehr reizvoll für den User klingen. Volle Kontrolle, keine Werbung. Tatsächlich eine kleine Revolution in Social Media, welches sich zunehmend durch die Kommerzialisierung verändert.

Hält die App was sie verspricht, dann sind alle Sorgen um organische Reichweite Vergangenheit. Denn es werden jedem Follower alle Beiträge angezeigt. Der Nachteil dabei: Wer viele Leuten folgt, wird ziemlich lange mit Scrollen beschäftigt sein. Der Vorteil: Kein Algorithmus entscheidet mehr für einen, was man zu sehen bekommt.

Der Hype um Vero ist gefühlt von 0 auf 180 in wenigen Stunden geschehen – ein deutliches Zeichen dafür, dass die App einen Nerv trifft. Sei es das Versprechen auf Werbung zu verzichten, die volle Kontrolle über den eigenen Feed oder aber das Versprechen keine Daten zu sammeln.

Influencer und Vero – Vom Frust mit Instagram ins Paradies?

Tatsächlich haben in den letzten Tagen bereits unheimlich viele Influencer zu Vero gegriffen – und es auch promotet. Sogar so viele, das kurzzeitig der Verdacht aufkam, dass es sich um eine heimliche Influencer-Kampagne handeln könnte. Fehlanzeige: Die Influencer schreiben alle, dass sie weder für die Empfehlung Geld erhalten, noch andere Gegenleistungen bekommen. Es handelt sich um eine völlig authentische Weiterempfehlung.

Doch wie kann es sein, dass Influencer mit zehntausenden Follower auf Instagram so schnell bereit sind, eine andere Plattform auszuprobieren?

Der Frust mit dem Algorithmus von Facebook und Instagram. In vielen Blogger-Gruppen gibt es kaum noch andere Diskussionsthemen als den Algorithmus von Instagram. Wo Facebook bei Unternehmen in der Kritik steht (die organische Reichweite verschwindet gen Null), haben Influencer hauptsächlich Probleme mit Instagram. Der neue Algorithmus wirft immer wieder Fragen auf und lässt manch erfolgreichen Blogger von heute auf morgen im Nichts verschwinden.

Wilde Theorien wie der Shadow Ban machten so schon vor einiger zeit die Runde. Heute geistern Anleitungen durch die Blogosphäre, die angebliche Strategien für eine bessere Reichweite versprechen. Trotzdem bleibt der Frust groß, wenn die Interaktion bei vielen Bloggern über Nacht um fast 50-70% einbricht.

Eine App, die nun keinen lästigen Algorithmus verspricht, ist verlockend. Die Influencer müssen ihre Follower nur mit auf die neue Plattform ziehen – und haben eine Reichweite von 100%.

Vero und die Zukunft für Unternehmen

Was für Blogger gut klingt, dürfte bei vielen Unternehmen für Schluckauf sorgen. Eine Plattform ohne Werbung?

Ganz ohne Vermarktungsmöglichkeiten wird die Vero App natürlich nicht bleiben. Es soll ein Shopsystem angegliedert werden, über das Unternehmen ihre Produkte verkaufen können. Eine Provision geht dann an Vero – so will die Plattform sich in Zukunft finanzieren. Da Nutzer schon jetzt einfach Musik, Bücher und Filme teilen können, wird dies für die entsprechenden Branchen sicherlich eine gute Möglichkeit sein.

Für Dienstleistungen wird es allerdings schwieriger werden. Sollte Vero sich tatsächlich durchsetzen, so muss umgedacht werden. Ein weiterer Punkt, der für gutes Content Marketing spricht – denn auf Vero kann man 100% der Follower mit gutem Content erreichen.

Kritik an den Datenschutzbestimmungen

Ob die Vero App sich durchsetzen wird, bleibt allerdings abzuwarten. Bereits jetzt gibt es einige Kritik an den Datenschutzbestimmungen. Trotz des Versprechens, keine Daten zu sammeln, stehen in den AGB der App einige Passagen, die das Gegenteil zeigen (Stand 21.02.2018).

Ebenso wird kritisiert, dass die Vero App einen Passus beinhaltet, der es ihr erlaubt hochgeladene Inhalte weiter zu verwenden. Dies würde für alle Künstler und Fotografen bedeuten, dass ihre hochgeladenen Werke ohne Vergütung weiterverwendet werden dürfen. Ein altbekanntes Problem, mit dem auch Facebook zu kämpfen hatte. Mittlerweile klärt Facebook in ihrer ersten out of home Kampagne auf, dass hochgeladene Daten und Inhalte einzig und allein dem Nutzer gehören.

Vero hat die Nutzungsbedingungen nach der lauten Kritik zwar am 23.02.2018 noch einmal angepasst, aber ausgereift wirkt das Konzept noch lange nicht.

Viele User bemängeln ebenso, dass man sich mit seiner Handynummer bei der App anmelden muss. Eine Verknüpfung, ähnlich wie bei Whatsapp, greift auf das Adressbuch zu und schlägt einem Kontakte vor. Dies kann natürlich auch geschäftliche Kontakte beinhalten und unter Umständen zu unangenehmen Momenten führen.

Generell ist die App noch in der Beta Phase und kämpft mit vielen Kinderkrankheiten. Seite der Hype ausgebrochen ist, sind die Server permanent überlastet und das Posten klappt oft nicht. Wer die App ausprobieren möchte, der sollte dies schnell tun: die ersten eine Millionen Anmeldungen sind kostenlos – danach wird eine einmalige Gebühr fällig. Wie hoch diese ausfällt, ist allerdings noch nicht bekannt.

Die Vero App und ihre Rolle im Online Marketing

Eins hat sie auf jeden Fall schon geschafft: Sie hat gezeigt, dass es ein Bedürfnis nach Veränderungen im Social Media Feld gibt. Facebook und Co. sind im steten Wandel, doch der Nutzer wünscht sich mehr Kontrolle zurück. Sollte Vero weiter wachsen und an Wichtigkeit gewinnen, so wird gutes Content Marketing wertvoller denn je. Es bleiben Unternehmen nämlich nur noch zwei Möglichkeiten auf der Plattform gefunden zu werden: Mit eigenem Content, oder bei Influencern.

vero app chat

Bilder: Vero

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