Der Content Plan – Was in einen guten Redaktionsplan gehört

Der Content Plan – Was in einen guten Redaktionsplan gehört

Der Social Media Redaktionsplan – wozu ist er gut?

Viele Unternehmen sind zwar auf Social Media vertreten, doch fehlt ihnen Fachwissen für einen zielorientierten Content Plan. Sie posten sporadisch Neuigkeiten aus dem Unternehmen auf Facebook, zeigen Produkte und veranstalten Gewinnspiele. Doch dahinter stehen weder Intention noch Planung. Es fehlt Verständnis dafür, dass ein Redaktionsplan zwingend notwendig ist, will man seine Marke auf Social Media positionieren.

Besonders, da die meisten Menschen privat bereits auf Social Media Plattformen vertreten sind entstehen Probleme. Es herrscht der Irrglaube, dass das Postingverhalten für ein Unternehmen ähnlich wie privat funktioniert. “Schnell” und “mal eben” veröffentlichen die Unternehmen – oft von einem Mitarbeiter, der die Social Media Kanäle neben seinen eigentlich Hauptaufgaben mit betreut.

Als der Facebook Algorithmus mit den Unternehmen noch gnädig war und kostenlos organische Reichweite verschenkt hat, hat diese Strategie bedingt funktioniert. Es gab immer ein paar “Gefällt mir” und bei einem besonders lustigen Posting sogar neue Follower. Doch seit der neue Algorithmus die organische Reichweite von Unternehmensseiten immer weiter eindämpft, passiert kaum noch etwas auf vielen Unternehmensseiten.

Die Frage kommt auf: Wenn auf den Seiten nichts mehr passiert, warum soll man sich denn dann noch um sie kümmern?

Content Strategy für den Erfolg

Die eigentlich richtige Frage wäre dabei zunächst: Mit welchem Ziel hat das Unternehmen einen Social Media Kanal angelegt und welche Erwartungen stecken dahinter?

Wie bereits erwähnt, kann gutes Content Marketing verschiedene Zwecke erfüllen. Besonders im Bereich Markenbekanntheit, Trust und Werbeerinnerung bietet sich die Nutzung von Social Media Kanälen an. Durch gezielte Verlinkungen lässt sich von einigen Kanälen auch Traffic auf die Homepage leiten.

Fakt ist: Unabhängig davon welches Ziel man verfolgt ist ein gut ausgearbeiteter Redaktionsplan die erste Wahl. Auf diese Weise erstellt man ein umfassendes Marketingkonzept und kann planbar die Umsetzung seiner Ziele angehen.

Ich vergleiche die Notwendigkeit eines Redaktionsplanes gerne mit jedem anderen Online Marketing Plan. Kein Unternehmen würde, ohne vorher ein Zielvorhaben zu formulieren und dementsprechend eine Content Strategy zu entwickeln, Geld in andere Werbemaßnahmen stecken. Nur weil ein Posting auf Social Media per se kostenlos ist, ist es aber nicht weniger wertvoll oder wichtig.

Content Marketing planbar machen

Im Prinzip arbeitet man sich also vom Ziel zum Anfang zurück vor: Nachdem das Zielvorhaben formuliert ist, muss überlegt werden, mit welcher Kommunikationsstrategie man dieses umsetzen kann.

Je nach Unterfangen und Produkt/Dienstleistung bieten sich hier unterschiedliche Strategien an. Das beginnt bei der Häufigkeit der Postings bis hin zur richtigen Ansprache der User und natürlich den publizierten Inhalten. Stehen all diese grundsätzlichen Überlegungen fest, so kann es an die Erstellung des Redaktionsplans gehen.

Das gehört in den Redaktionsplan

Im Internet findet man diverse Vorlagen für Social Media Redaktionspläne – viele davon sind für ein Grundgerüst sehr gut geeignet und erleichtern den Einstieg in die Praxis. Keiner von ihnen umfasst allerdings alle Punkte, die für ein Marketingziel nötig sind, sodass meine Empfehlung lautet, sich diese Excel Vorlagen einmal anzuschauen und dann ggf. auf die eigenen Ziele anzupassen. Grundsätzlich darf Folgendes im Plan nicht fehlen:

Zeitspanne des Redaktionsplans

Es ist ratsam, den Redaktionsplan für mindestens einen Monat, besser quartalsweise, zumindest schon einmal grob anzulegen. Auf diese Weise können besondere Ereignisse und Kampagnen mit gutem Vorlauf geplant und eingeleitet werden. Eine Weihnachtskampagne erst im Dezember für den Dezember zu planen ist erfahrungsgemäß nicht ausreichend Vorlauf.

Ähnlich verhält es sich beispielsweise beim Launch eines neuen Produktes oder einer großen Ladeneröffnung: Auch hier darf schon deutlich im Voraus mit den ersten Postings zum Thema losgelegt werden. Eine Planung über mehr als 4 Wochen ist dafür hilfreich.

Auf welchen Kanälen veröffentlichen

Auch wenn die Versuchung groß ist: Es reicht nicht den gleichen Content auf mehreren Kanälen zu veröffentlichen. Dem zugrunde liegt die Begebenheit, dass sich auf beispielsweise Facebook eine ganz andere Zielgruppe als auf Facebook bewegt. Beide möchten sich passend und persönlich auf sie abgestimmt angesprochen fühlen. Sollten User sogar als „Fans“ des Unternehmens auf mehreren Kanälen Fans/Abonnenten sein, so wird gleicher Content auch als störend empfunden.

Dass kein Schummeln in der Erstellung des Plans möglich ist, hat aber seine Vorteile: Zum Einen siebt man unnötige Kanäle bereits bei der Strategieentwicklung aus. Zum Anderen beschäftigt man sich tiefergehend mit den richtigen Zielgruppen und deren Ansprache.

In einen guten Redaktionsplan gehört also immer auch welcher Inhalt wann auf welchem Kanal veröffentlicht wird.

Welcher Inhalt wird gepostet

Das Herzstück des Content Marketings ist dann natürlich der Inhalt. Für Texte, Bilder und Videos sollte jeweils eine eigene Spalte vorhanden sein. Auf diese Weise kann sowohl einzeln, als auch in Kombination Text und Bild oder Video und Text noch einmal überprüft werden, wie die Wirkung auf die Zielgruppe ist.

Zielvorhaben

Man kann es einfach nicht oft genug sagen: Das Zielvorhaben gehört ebenso noch einmal in den Plan. Sobald Texte und Plattformen stehen, lässt sich so die Deckung der Umsetzung mit dem gewünschten Ziel kontrollieren.

Redaktionsplan erstellen für Fortgeschrittene

Nachdem diese grundlegenden Stützpfeiler des Content Plans klar sind, kann man feiner arbeiten und Details einbringen. Mit Farbcodes lassen sich beispielsweise unterschiedliche Postingreihen und -inhalte auf einen Blick kenntlich machen. Sich wiederholende Thematiken verwendet man auf diese Weise nicht unentdeckt zu häufig. Man kann aktiv eine ausgewogene Content Strategie etablieren.

Verwendet ein Unternehmen sehr viele unterschiedliche Social Media Kanäle ist zudem zu überlegen, ob ein Redaktionsplan pro Kanal sinnvoller ist. Erfahrungsgemäß wird ein Plan bei mehr als zwei Kanälen schnell unübersichtlich, sofern man ihn in einer Excel Tabelle führt.

Never change a winning team?

Als letzten Hinweis für gute Content Pläne noch die Anregung, dass man auch gut funktionierende Postingreihen nicht ewig fortführen kann. Ein Beispiel dafür ist Fernet Branca mit ihrer Facebook Kampagne „Life is bitter„. Die provokanten, witzigen Sprüche erfüllten schnell ihren Zweck und verschafften der Marke einen großen Bekanntheitsgrad im Internet. Die Bilder verbreiteten sich zu hunderten durch das Internet.

Nachdem eine Zeit lang allerdings nur noch die Spruchbilder gepostet wurden, ließ die Interaktion deutlich nach. Clever gelöst: Es werden mittlerweile längere Pausen eingelegt und auch wieder andere Inhalte gepostet. Im Endeffekt fragen User explizit nach, wann es neue Sprüche geben wird und halten die Interaktion auf der Seite und somit die Reichweite für das Unternehmen hoch.

Das ist das Spannende an Content Marketing: Man kann Trends schaffen, wenn man das richtige Gespür für Inhalte in Timing hat. Mit einem guten Redaktionsplan an der Seite fällt es auf jeden Fall deutlich leichter, seine Aktivitäten zu überwachen und Erfolge zu planen.

16 Comments. Leave a comment

  1. Südstadtmutter

    Super Artikel! Bin auch ein Fan von guter Organisation, und da war der Content Plan unter den ersten Dingen, die ich vorbereitet habe! Finde, dass er im Alltag total hilft, und kann jedem nur empfehlen, sich auch darüber Gedanken zu machen!

    • admin

      Hallo,
      das freut mich zu lesen, dass du auch schon mit einem Content Plan arbeitest! Hast du also für deinen Blog einen monatlichen Redaktionskalender?

      Viele Grüße
      Sarah

  2. L♥ebe was ist

    ein super informartiver Beitrag meine Liebe!
    als Blogger arbeitet man ja selber auch mit einer Art Redaktionsplan – im Prinzip die eigene Vermarktungsstartegie. v.a. den Punkt mit den Farbcodes muss ich mir hier wohl nochmal abschauen! daran hab ich bisher nicht gedacht, aber das könnte den ganzen Plan nochmal effektiver machen 🙂

    komm gut ins Wochenende und liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

    • admin

      Hallo Tina,
      ja, so ein Plan kann super effektiv sein. Es freut mich, dass die Idee mit den Farbcodes dir noch einmal einen neuen Impuls gegeben hat!
      Liebe Grüße
      Sarah

  3. Anna

    Oh man, das sind wirklich richrig gute Tipps! Ich hab mich auch schon des Öfteren an so einem Plan versucht, aber da das mit dem Bloggen nur ein Hobby ist und in meinen Alltag integriert wird, kommt leider viel zu oft das Leben dazwischen und dann klappt es alles nicht…

    Darum nutze ich die Zeit, die ich zum Erstellen des Planes brauchen würde, jetzt lieber für die Contenterstellung.

    Aber deine Übersicht ist echt super und schön ausführlich. Also für Leute, die das hauptberuflich machen sicher sehr hilfreich!

    Liebe Grüße
    Anna von annanikabu.com

    • admin

      Hallo Anna,
      ja, das kann ich auch verstehen. Gerade, wenn man kein bestimmtes Ziel verfolgt muss man sich natürlich nicht mit einem Plan noch Arbeit aufhalsen. Die Idee des Redaktionsplanes ist natürlich hauptsächlich für jene, die Marketingziele verfolgen – seien es Blogger oder Unternehmen, die Geld verdienen wollen.

      Viele Grüße
      Sarah

  4. Tschaakii's Veggie Blog

    Wow was für eine toller und informativer Artikel 🙂 Da habe ich gleich noch einiges dazu gelernt und mir den Link für später gespeichert. Vielen Dank!
    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße Jacky

    • admin

      Hallo Jacky,
      das freut mich zu hören 🙂 Wenn noch Fragen sind, sag gerne Bescheid!
      Viele Grüße
      Sarah

  5. Henrik

    Ein sehr informativer Artikel, den ich mir auch direkt mal gespeichert habe.

    Aktuell habe ich noch To-Do-Listen und noch keinen professionellen Content-Plan.
    Hierzu habe ich noch keine Layouts oder Vorlagen gefunden, mit denen ich mit gut anfreunden konnte.

    Hast du da zufällig Vorlagen, die man nutzen kann?

    Gruß
    Henrik

    • admin

      Hallo Henrik,
      ich finde für den Anfang reicht es, sich die genannten Spalten selber eben zusammen zu stellen. 🙂 Wenn Bedarf da ist, bastel ich aber auch mal eine Vorlage zusammen und biete sie hier demnächst zum Download an!
      Viele Grüße
      Sarah

  6. Ramona

    Liebe Sarah,

    ein wirklich sehr ausführlicher und informativer Artikel.
    Ich habe einen groben Content Plan und bin darum auch echt froh. Dann weiß ich immer, was auf mich zukommt. Vor einigen Jahren wurde ich da doch immer sehr überrascht, manchmal haben mich besondere Ereignisse und sowas auch gerne überrumpelt.
    Das kann mir so nicht mehr, oder nur noch selten passen. 🙂

    Liebe Grüße
    Ramona

    • admin

      Hallo Ramona,
      das ist super, dann hast du für dich ja schon den besten Weg gefunden. 🙂 Dass man sonst leicht überrascht wird, kenne ich auch. Von daher ist so ein Plan die beste Idee.
      Viele Grüße
      Sarah

  7. Avaganza

    Wow! Toller Beitrag mit vielen hilfreichen Tipps! Da kann ich mir einiges daraus mitnehmen.

    vielen Dank und liebe Grüße
    Verena

    • admin

      Hallo Verena!
      Das freut mich sehr zu hören. 🙂 Komm gut in die neue Woche.
      Viele Grüße
      Sarah

  8. Platz-nehmerin

    Danke für den informativen Blogbeitrag. Bei mir selbst ist das noch kein Thema, auch wenn es gut wäre, hier Zeit zu investieren. Ich bin da noch sehr hin- und hergerissen. Da ich viele meiner Beiträge aus dem Bauch herausschreiben, ist ein Zeitplan da etwas schwierig. Auf jeden Fall hast Du mich inspiriert, mir mehr Gedanken darüber zu machen. Herzlich Michaela

    • admin

      Hallo Michaela,
      das kann ich auch verstehen. So lange du kein bestimmtes Ziel mit deinen Blogbeiträgen verfolgst, ist ein Content Plan in der Regel auch nicht unbedingt nötig. Wenn es ein Hobby ist und hauptsächlich Spaß machen soll, dann muss man sich nicht noch mehr Arbeit machen. 😉
      Viele Grüße
      Sarah

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